Handwerkskunst in der ganzen Welt: Vietnam

Da ich selber sehr gerne sticke, habe ich mich diese Woche mit den vietnamesischen Stickereien beschäftigt. Ich hatte bis dahin keine Ahnung, dass Vietnam bekannt ist für seine Stickereien. Die oft leuchtenden Farben haben mich in den Bann gezogen. Aber lest selber!

Quellenangaben findet ihr wie gehabt am Schluss vom Text. Solltet ihr Ergänzungen oder Korrekturen haben, könnt ihr mir dies gerne über das Kommentarfeld oder über das Kontaktformular mitteilen. Und nun ab nach Vietnam!

Ein allgemeiner Überblick über das vietnamesische Kunsthandwerk

Traditionelle vietnamesische Handwerkskunst ist einer der reichsten Aspekte des vietnamesischen Lebens. In diesem Bereich haben die Vietnamesen eine sehr starke Identität hinterlassen. Seit Beginn ihrer Zivilisation vor 3000 bis 4000 Jahren haben sich die Völker dieses Territoriums bereits in bestimmten Aktivitäten hervorgetan, die handwerkliches Geschick erforderten. Die Handwerkskunst in Vietnam umfasst eine Vielzahl von Techniken und Materialien, darunter Metallurgie, Keramik, Seidenweberei, Korbflechterei Lackkunst. Ebenso berühmt ist die Textilkunst der ethnischen Gruppen im Bergland, wo Handweberei und Stickerei eine lange Tradition haben. Diese Stoffe zeichnen sich durch komplexe Muster und lebhafte Farben aus, die oft Geschichten und Mythen erzählen.

Die vietnamesische Handwerkskunst ist eng mit der ländlichen Wirtschaft verbunden und ist in Unternehmen organisiert, die mit Dörfern verbunden sind; speziell hervorzuheben sind die Handwerksdörfer entlang des Roten Flusses, die bereits im ersten Jahrhundert n.Chr. ein hohes technisches Niveau erreicht hatten.

Vietnamesische Stickerei

Ein Überblick über vietnamesische Stickereien

Die vietnamesische Stickerei ist ein Handwerk, das bereits seit einigen hundert Jahren praktiziert wird. Wenn man davon ausgeht, dass dieses Handwerk aus China stammt, sind vietnamesische Stickerinnen in diesem Handwerk nicht weniger talentiert. Sie wären sogar besser als die Chinesen darin, „Fäden durch einen Stoff zu führen und Farben zu kombinieren …“, wie Gabriel – ein französischer Forscher, der sich auf das Studium östlicher Kulturen spezialisiert hat – feststellte.

Was Charles Édouard Hocquard betrifft, einen französischen Entdecker, der sich für Indochina begeistert, machte er folgende Bemerkung: „Vietnamesische Sticker sind sehr geschickt, wenn sie Farben auf einem Stoff arrangieren, um gestickte Designs mit harmonischen und zarten Farben zu schaffen …“

Wichtige Regionen

Die Region Ha Giang im Norden Vietnams ist berühmt für ihre Stickereien, die von den Ethnien des Hochlands gefertigt werden. Hier wird jede Stickerei von Hand gefertigt und erzählt eine eigene Geschichte. Die Verwendung lebendiger Farben und geometrischer Muster ist charakteristisch für die Kultur der Stämme in dieser Region. Die handgefertigten Textilien sind nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Ausdruck des kulturellen Erbes und der Identität der Menschen.

Van Lam, ein Stickereidorf in Ninh Binh

Nach Angaben der älteren Handwerker des Dorfes ist das Stickereihandwerk im Dorf Van Lam mehr als 700 Jahre alt. Der Legende nach tauchten Stickereien auf, als König Tran die mongolischen Eindringlinge besiegte. Seit der Einführung der Stickerei erlebte das Dorf Van Lam eine Zeit des Wohlstands. Das ganze Dorf ist wie eine Fabrik, jede Familie arbeitet, jeder geht seinem Beruf nach. Seitdem hat Van Lam seine Stickfähigkeiten erweitert, die bis heute erhalten geblieben sind.

Ein bisschen Geschichte über vietnamesische Stickerei

Die Geschichte der Einführung dieses Handwerks reicht bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Während der Regierungszeit von Kaiser Lê Chiêu Tống (1518-1523) wurde der vietnamesische Botschafter Lê Công Hành auf eine Mission nach China in die Provinz Kouang Toung geschickt, wo er einige Jahre blieb. So entdeckte und bewunderte er die Stickereien von Hofgewändern, Sonnenschirmen und Wandtafeln, die von den Handwerkern dieser Provinz ausgeführt wurden.

Nachdem es ihm gelungen war, sie bei der Arbeit zu beobachten, war er in der Lage, ihre Geheimnisse zu durchdringen. Zurück in seinem Land, erstattete er dem König einen detaillierten Bericht, der ihm befahl, in sein Dorf in der Provinz Hà Đông zurückzukehren, um diese wertvollen Geheimnisse an die Dorfbewohner weiterzugeben. Lê Công Hanh begann, den Frauen und Männern von Thuong Phuc die Technik der chinesischen Sticker beizubringen. Dann brachte er den Bewohnern des Nachbardorfes Hien luong die Verfahren zur Herstellung von Sonnenschirmen bei.

Gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts setzte eine neue Ära der Stickerei mit neuen technischen Anwendungen ein. Die Verwendung neuer Stoffe wie heimische Satinseide oder chinesische Seide, Seidenkrepp, farbiger Flanell; die Verwendung von Bambusrahmen zum Fixieren des Stoffes oder das Aufbringen eines sehr dünnen Blatt Papiers auf den Stoff, um die zu reproduzierenden Muster zu zeichnen. Auch bei diesen Produkten war der französische Einfluss zu spüren. Eine neue Kundschaft mit unterschiedlichen ästhetischen Vorlieben hat die vietnamesische Stickerei dazu gedrängt, ihre Aktivitäten zu erneuern: Änderung von Mustern, Verwendung neuer Verfahren, insbesondere französischer und japanischer.

In den letzten Jahren hat die vietnamesische Stickerei mit der Entwicklung der schönen Künste im Leben und dem Aufkommen neuere ästhetischer Bedürfnisse und neuere Anforderungen aus dem Ausland wieder an neuer Vitalität gewonnen.

Quellen:
Ein allgemeiner Überblick über vietnamesische Kunsthandwerk – Horizon Vietnam Travel
Vietnamesische Stickerei – Horizon Vietnam Travel
Vietnamesisches Kunsthandwerk: Die schönsten Stücke finden
Ein Stickereidorf in Ninh Binh, dessen guter Ruf sich weit über Europa hinaus verbreitet hat
Die bekannte Stickerei im Dorf Van Lam in der Provinz Ninh Binh

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